Eigentlich war schon alles bestellt: Festhalle für 500 Personen, Samba-Tanztruppe aus Rio und eine Direktpipline in die nächste Brauerei. Es kam anders: Auf dringendem Anraten seiner Westfälin wurde der runde Geburtstag des Westfalen auf Mallorca gefeiert. Schweren Herzens stieg er dann mit seiner flotten Jutta allein in den Flieger und machte sich mit knappem Gepäck auf nach Alcudia (Mallorca).

Der Clou: Direkt in der Bucht von Polenca (im ‚c‘ fehlt noch ein Schwänzchen) gibt es einen kleinen Yachthafen und eine Tauchbasis. Der Besitzer dieser Basis kommt aus Dornstetten (Downtown). Er hat vor 16 Jahren dort seine Zelte abgebrochen und sein Glück auf Mallorca gesucht. Auch zum Glück für uns, denn wir haben ihn und seine Tauchfreunde bei zwei Tauchgängen begleitet.

Ich möchte hier nicht mit den romantischen stundenlangen Strandgängen um Mitternacht langweilen, wo die flotte Juttah ausgiebig ihren Gatten zur neuen Lebensdekade beglückwünscht hatte. Deshalb möchte ich gleich die wunderschönen Tauchgänge beschreiben.

Auf einem großen Schlauchboot mit zwei Monstermotoren fuhren wir quer über die Bucht bis zum äußersten Zipfel von Mallorca. An einer alten Versorgungstreppe, die Steil den Hang hinauf geht, haben wir geankert. Kurzes Briefing und schon waren wir im Wasser. Unser Tauchführer Michael, ein absolut ruhiger und sympathischer Mann, hat uns dann in die Tiefen geführt.

Mit dabei waren Tauchfreunde und Kameramänner, die für die Webseite der Tauchbasis Aufnahmen gemacht haben. Bei dem Equipment dieser Kameramänner hat sich der Westfale mit seiner kleinen GoPro recht schwach gefühlt.

Die Sicht Unterwasser war außerordentlich gut. In 12m Tiefe ging es dann in die erste Höhle hinein.
Fantastisch! Es war nicht zu eng, aber trotzdem nur mit Lampe zu betauchen. Das Ende der ersten Höhle mündete einige Meter tiefer in eine große Halle, wo das blaue Wasser hineinschien. Dort tauchten wir auch wieder hinaus. Auf dem Rückweg zum Boot wurden wir dann in einem Meer von Quallen eingehüllt.
Der zweite Tauchgang hat die Begeisterung noch gesteigert. Wieder ging es in eine Höhle. Auch hier gab es einen Eingang in 6m- und einen Ausgang in 23m Tiefe. Hier war der Gang schon enger, aber immer noch breit genug, den Abstieg ohne Wandkontakt zu meistern. Auch hier mündete der Ausgang in eine größere Kuppel und entließ uns ins Freie. Bei unserem Aufstieg begegneten wir noch einige Lippfische und eine interessant zerklüftete Unterwasserlandschaft.

Schade: Auch der zweite Tauchgang ging vorüber. Zügig fuhren wir wieder quer über die Bucht in die Basis.

Es ist wieder schwer, vor dem Bildschirm zu sitzen, die lebendigen Erlebnisse einzutippen. Durch ein Gespräch mit dem Basisleiter haben wir erfahren, daß die Höhlensysteme ein kleines Highlight dieser Bucht ist. Wäre schön, würden wir dort bald wieder mal vor Anker liegen können.