Unsere Jubiläumsreise an das Rote Meer anlässlich des 35-jährigen Vereinsbestehens

„Tauchen im Roten Meer bedeutet die faszinierende Erforschung eines der exotischsten und bezauberndsten natürlichen Meeresleben unseres Planeten.
Wo die Wüste den Ozean trifft und wo sich Asien und Afrika verbinden, bietet das Rote Meer, unter seiner kristallblauen Oberfläche, eine reiche Oase lebender Geschöpfe;
Riffe und Korallenbänke leuchten im vollen Spektrum der Regenbogenfarben – ein visuelles Paradies.“

Unter diesem Motto der Safariflotte „Sea Serpent Fleet“ startete der Tauchsportclub Delphin, Freudenstadt, anlässlich seines 35-jährigen Vereinsbestehens anfangs November eine einwöchige Tauchsafari. Die bekanntesten und spektakulärsten Riffe des Roten Meeres waren Ziele der Jubiläumsreise. Dreizehn Vereinsmitglieder und acht befreundete Taucher/innen nahmen teil.

Von Stuttgart aus war Hurghada nach einem 4-stündigen Flug erreicht und die Kajüten auf der Yacht „Sea Serpent“ konnten bezogen werden. Am folgenden Morgen hieß es Leinen los, und als erster Spot wurde das noch küstennahe Riff Gota Abu Ramada angesteuert.

Im kristallklaren Wasser mit angenehmen 27 Grad Temperatur zeigte sich bereits hier die Vielfalt des submarinen Lebens in allen Formen und Farben, beginnend vom kleinen Anemonenfisch, den Nichttauchern besser bekannt als „Nemo“, über träge Blaupunktrochen bis hin zur stattlichen Muräne.

Beim Nachttauchgang erhellten leuchtstarke Taucherlampen die Riffe, neugierig lugten die ruhenden Bewohner hervor; die nachtaktiven Jäger ließen sich durch die Anwesenheit der Fremdlinge nicht stören.

Im Anschluss konnten in den frühen Morgenstunden die Brother Islands, etwa 60 nautische Meilen von Hurghada entfernt, erreicht werden. Die beiden unbewohnten Felsinseln mitten auf dem Meer gelten in der Taucherszene als Inbegriff für Begegnungen mit Haien, Mantas, Barrakudas und weiteren Großfischen. Starke Strömungen und Wellengang verlangen jedoch einiges an Erfahrung von den Tauchern ab.

Und tatsächlich kam es am Little Brother zu Begegnungen mit Weißspitzenhaien, Schildkröten, Napoleon-Fischen und Barrakudas. Ein Wracktauchgang zum versunkenen Frachter Numidia, der anno 1901 in einem Sturm gegen die Insel schrammte, rundete den Tag ab.
Nach einer weiteren, 10-stündigen Nachtfahrt über 100 nautische Meilen, wurde das mitten zwischen dem ägyptischen Festland und der saudi-arabischen Küste liegende Daedalus-Riff erreicht. Dieses gilt als absoluter Topspot im Roten Meer, hier sind Begegnungen mit Hammerhaien garantiert. Und nicht nur diese konnten gesichtet werden, sondern auch Fuchshaie und Graue Riffhaie; ein ebenso gigantisches Erlebnis war der majestätische „Vorbeiflug“ eines riesigen Mantas.

Neben den Großfischen mit ihren traumhaften Silhouetten ließ sich auch die ganze Vielfalt des submarinen Lebens betrachten. Eine Schildkröte trieb ohne Eigenbewegung in der Strömung vorüber und verschwand in den Weiten des unendlichen Blau. Neugierige Flötenfische, grimmig dreinschauende Zackenbarsche, farbenprächtige Papageien-, Drücker-, Schmetterlings- und Doktorfische, alles tummelte sich zwischen unzähligen, phantastisch geformten Hart- und Weichkorallen, beginnend direkt unter der Wasseroberfläche bis hinunter in die für Taucher erreichbare Tiefe von 40 m.
Vom Daedalus-Riff wurde nach einer weiteren Nachtfahrt das Elphinstone-Riff erreicht, ebenfalls ein Highlight des Roten Meeres. Die Gruppen wurden mit Zodiac-Schlauchbooten am Riffende ausgesetzt und konnten sich mit der zwischenzeitlich einsetzenden Strömung eine knappe Stunden am Riff entlang zum Schiff zurücktreiben lassen. „Die Unterwasserwelt zog vorbei wie ein Film“, so der Kommentar eines begeisterten Tauchers.
Auch das Bordleben war sehr angenehm; an der Yacht mit neun Besatzungsmitgliedern und zwei Tauch-Guides, gab es nichts zu bemängeln. Eine hervorragende Küche und großzügige Kabinen rückten die Safari in ein angenehmes Licht, auch wenn anlässlich des täglichen „early-morning-dive“ der Weckruf von Guide Sam um fünf Uhr in der Früh zum Aufstehen aufforderte.
185 Tauchgänge haben die Mitglieder absolviert, es war die vierte Jubiläumsreise des Tauchsportclubs an das Rote Meer, beginnend mit dem 20-jährigen Bestehen im Jahr 2001.
Seit 35 Jahren ist der Verein in Freudenstadt existent und betreibt den Unterwassersport, die Trainingsabende sind donnerstagabends im Panoramabad. Viele Reisen haben schon in Länder am Mittelmeer und auch heimische Gewässer geführt, aber einzigartig bleibt die Unterwasserwelt des Roten Meeres.
Die dortigen Riffe haben bei allen Teilnehmern eine Demut vor den unsagbar schönen Plätzen dieser Erde aufkommen lassen. Es wurde eindrucksvoll gelehrt, dass der Mensch nur ein Bestandteil dieser Natur ist. Er ist genauso Gast auf dieser Erde, wie der kleine Anemonenfisch in den bunten Korallen. Die Bilder und Erlebnisse werden noch lange in den Tauchern leben, genauso wie das Schwanken des Schiffes unter ihren Füßen!

Zahl des Tages: 185 (so viele Tauchgänge hatten die Mitglieder des TSCD in 6 Tagen absolviert).